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Geschickte Hände. Porträt über Dr. Schönborn

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Geschickte Hände. Porträt über Dr. Schönborn  

Geschickte Hände


Er selbst hätte kein Problem damit, sich unter das Messer eines Kollegen zu legen. Ein ausgebildeter Facharzt sollte es aber sein. Momentan sieht Dr. Alexander Schönborn dafür aber noch keinen Anlass. Das Einzige, was ihn ein wenig ärgert ist, dass ihm die Haare ausgegangen sind. Ansonsten ist der 40-jährige Mediziner erfrischend uneitel und pragmatisch, wenn es um sein Fachgebiet geht. Am St. Josefs-Krankenhaus Potsdam-Sanssouci ist Schönborn Leiter des Zentrums für Plastische und Ästhetische Chirurgie, das gerade seinen fünften Geburtstag feiert.

Früh war für Alexander Schönborn klar, dass er Arzt werden wollte. In Zeiten der TV-Ärzte vom »Emergency Room« natürlich Notarzt. In New Orleans, in einer der größten Notaufnahmen der USA, absolvierte er während seines Medizinstudiums ein Praktikum, bei dem seine »delicate hands« – seine geschickten Hände – auffallen. Ob er sich nicht vorstellen könne, plastischer Chirurg zu werden? In Frankreich, wo er seine Ausbildung fortsetzt, »adoptiert« ihn eine der Legenden der plastischen Chirurgie. Hier lernt er sein Handwerk.

Wir korrigieren Ungerechtigkeiten der Natur
Ästhetische Chirurgie an einem konfessionellen Krankenhaus? Korrekturen an Gottes Schöpfung? Für Schönborn, der auf eine katholische Schule ging, hat sich diese Frage nie gestellt. »Wir korrigieren eher Ungerechtigkeiten der Natur. Die Magie an unserem Fach ist ja, dass wir etwas verändern und mit dieser Veränderung den Leuten das Gefühl geben, endlich sie selbst zu sein, unbeschwert leben zu können. « Die plastische Chirurgie hat an konfessionellen Krankenhäusern mit der rekonstruktiven Chirurgie, der Hand- und Verbrennungschirurgie und der ästhetischen Chirurgie eine lange Tradition. Schönborns Zentrum bietet das gesamte Spektrum plastischer und ästhetischer Operationen. Etwa die Hälfte der Eingriffe sind Operationen bei Hauttumoren, entstellenden Defekten im Gesicht, an den Lippen oder Gliedmaßen sowie chronischen oder schlecht heilenden Wunden nach Operationen oder nach Verbrennungen. Die andere Hälfte sind ästhetische Operationen. Die Mehrzahl der Patienten ist weiblich. Die Nachfrage nach ästhetischen Eingriffen bei Männern steigt.

Wir wollen dem Patienten helfen, besser zu leben
Die ästhetische – oder plakativer – die Schönheitschirurgie, wird kontrovers diskutiert, das weiß Schönborn. Egal ob Schönheits- oder wiederherstellende Operation, »am Ende wollen wir dem Patienten helfen, besser zu leben. Funktion und Ästhetik sind nicht voneinander zu trennen. Wenn wir die Funktion einer Lippe wiederherstellen, ist das Ergebnis auch ein ästhetisches. « Ein schön gemachtes Facelift dauert zweieinhalb Stunden, hält 15 Jahre –auch das ist Heilbehandlung. Die »Karikaturen«, die man immer wieder in Boulevardmedien sieht, sind für ihn nicht der Alltag der ästhetischen Chirurgie. Gelungen ist eine ästhetische Operation dann, wenn die Patienten selbst sehen, was sich verändert hat, aber niemand sonst bemerkt, dass ein ästhetischer Eingriff stattgefunden hat. Das Einzige, das eine Patientin oder ein Patient nach einer Operation hören sollte: Du siehst so erholt aus. »Wenn wir die subjektive Wahrnehmung des Patienten mit seinem Spiegelbild in Einklang bringen können«, sagt Schönborn, »dann ist das ästhetische Chirurgie at it`s best. « »Es kommt vor«, sagt der Facharzt, »dass ich Patienten von einem Eingriff abrate, wenn ich das Gefühl habe, die Erwartungshaltung an uns ist einfach zu hoch oder ich verstehe das zugrundeliegende Problem gar nicht. « Zuhören ist für Schönborn eine der wichtigsten Eigenschaften eines ästhetischen Chirurgen.

In Potsdam zu Hause – in Afrika aktiv
Gut vorbereitet sein will auch ein anderes Unterfangen, dem Schönborn regelmäßig nachgeht. Einmal jährlich fährt der Chirurg mit der Organisation Interplast und anderen Fachärzten für zwei Wochen in Entwicklungsländer und operiert vor Ort in Nigeria, auf Madagaskar oder im Benin. Zehn, zwölf Stunden unter teilweise sehr einfachen Bedingungen, oft ohne die gewohnten Materialien, in großer Hitze und mit ungewöhnlichen Krankheitsbildern. »Gerade in Afrika«, erklärt Schönborn, »ist man so vielen Zufällen ausgesetzt. Die große Frage ist, was kann vor Ort sicher operiert werden. Jede Operation ist um eine Zehnerpotenz schwieriger als sie hier ist – aber das Lachen eines Kindes nach einem gelungenen Eingriff gleicht alle Widrigkeiten aus. «


St. Josefs-Krankenhaus Potsdam-Sanssouci, Zentrum für Plastische und Ästhetische Chirurgie,
Allee nach Sanssouci 7, 14471 Potsdam, Tel. (0331) 96 82 -4500, E-Mail: a.schoenborn@alexius.de,
www.st-josefs-potsdam.de