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Dr. Schönborn zum Überleben in den Bergen.

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Alles nur erfunden, in BZ am Sonntag, 09.11.2003  

Österreicher glauben Berliner Gletschermann nicht

Alles Lüge?

BERLIN/INNSBRUCK - Thomas Milnik, 41, der Berliner, der aus dem Eis der Zugspitze gerettet wurde (BZ berichtete) - er liegt noch immer im Krankenhaus. Vielleicht wird er einige seiner erfrorenen Zehen verlieren. Auch seinen Job ist der Flugzeugtechniker los. Ausgerechnet jetzt fällt die österreichische Presse über den Gletschermann her. Eine Lokalzeitung bezichtigt ihn der Lüge, mehrere Radiosender griffen die Geschichte auf.
Voller Sorge liegt der Reinickendorfer im Krankenhaus Reutte (Tirol). Denn auch für die Kosten der dramatischen Rettungsaktion wird Milnik wahrscheinlich aufkommen müssen. Und jetzt das: Die Zeitung schreibt, er hätte niemals so lange in der eisigen Kälte überleben können.
Thomas Milnik ist empört: „Die behaupten glattweg, ich hätte mir ausgedacht, fünf Tage im Zugspitzmassiv eingeschlossen gewesen zu sein.“ Der Artikel hatte für ihn schon unangenehme Folgen: „Ich wurde am Telefon beschimpft, ich hätte eine unglaubliche Lügengeschichte erzählt und solle doch wieder auf den Berg zurück verschwinden.“
Gibt es wirklich Zweifel an seiner Geschichte? Die „Ausserferner Nachrichten“, die das behaupten, berufen sich vor allem auf namentlich nicht erwähnte Experten. Danach wäre es unmöglich, fünf Tage bei bis zu minus 15 Grad zu überleben. Milnik hätte nach zwei Tagen tot sein müssen. Unter Berufung auf die „Experten“ schreibt das Blatt: „Die abgefrorenen Zehen entsprechen einer Aufenthaltsdauer von 24 Stunden, in den angegebenen 120 Stunden wären Knöchel, Finger und andere Körperextremitäten abgefroren."
Milnik selbst glaubt, dass er vor allem überlebt hat, weil er durchtrainiert ist (er war Fallschirmspringer) und oft bei niedrigen Temperaturen im Freien übernachtet hat. Und er hat einen „Kronzeugen“ - die Bergwacht Ehrwald, die ihn gerettet hat. Andreas Wilhelm von der Bergwacht zur BZ: „An der Stelle, an der wir Herrn Milnik gefunden haben, muss er sich spätestens seit Montag aufgehalten haben. Auf Grund der Witterungsverhältnisse – Schnee und Eis - wäre es ihm später nicht mehr möglich gewesen, diese Stelle am Berg zu erreichen.“ Auch Chirurg Dr. Alexander Schönborn vom Berliner Unfallkrankenhaus hält Milniks Version für glaubhaft. „Größten Einfluss haben Wind und Temperatur auf den Allgemeinzustand des Körpers.“ Da Milnik windgeschützt war und Wasser (Schnee) zu sich nahm, müssen die Leber- und Nierenschäden nicht allzu groß sein.
Thomas Milnik war an einem Sonntag zur Zugspitze gestartet und am darauf folgenden Freitag gerettet worden. ku