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Die PNN über einen Spendenlauf zugunsten eines Hilfsprojekts von Dr. Schönborn.

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PNN 16.05.2011, S. 12  

Laufend helfen


Erlös vom Kleinmachnower Teamlauf wird für humanitären Einsatz in Afrika gespendet

Von Kirsten Graulich

Kleinmachnow - Über Asphalt- und Sandwege ging es am Sonntag rund um
den Seeberg beim 3. Kleinmachnower Teamlauf - in diesem Jahr mit rund 350 Teilnehmern. Das sportliche Ereignis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene dient einem guten Zweck und erbrachte nach gestriger Schätzung des Veranstalters, der Rotary Club Kleinmachnow (RC), etwa 10000 Euro. Startgelder und Spenden werden in diesem Jahr dem Einsatz eines Operationsteams von „Interplast Germany“ zugute kommen, das in Westafrika kostenlos Kinder behandeln wird. So gesehen war die Tagesbilanz von insgesamt 1000 gelaufenen Kilometern eine runde Sache und entspricht einer Strecke von Kleinmachnow bis nach Paris. Ins Schwitzen kamen beim Teamlauf auch die beiden CDU-Landespolitiker Saskia Ludwig und Ludwig Burkardt. Im Team der Juso-Mannschaft bewältigte der SPD-Landtagsabgeordnete Sören Kosanke immerhin zwei Runden. Die teilweise ansteigende Strecke war kein Problem für gut trainierte Läufer

wie vom Team „Kenias Reserve“, das schon im Vorjahr siegte und auch diesmal wieder mit 49:48 Minuten Sieger wurde. Bei den Minis hatten die „Flitzer“ mit 45:11 Minuten die Nase vorn. Zu den Teilnehmern gehörte auch Eckart Frantz, Ärztlicher Direktor des Potsdamer St. Josefs-Krankenhauses und Präsident des Kleinmachnower RC. Er hatte in den Wochen vor dem Ereignis intensiv trainiert und nach eigenem Bekunden 30 Prozent seines Körpergewichtes verloren. Auch sein Kollege Alexander Schönborn ließ sich vom Lauffieber anstecken. Der Chirurg will im November mit einem Operationsteam nach Benin, ins westafrikanische Kandi reisen. 14 Tage Urlaub wird er für diesen Einsatz für „Interplast Germany“ nehmen - dem Verein, der Menschen in medizinisch schlecht ausgestatteten Ländern mit angeborenen Fehlbildungen oder Unfallfolgen operiert - beispielsweise Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, die in Deutschland schon im Säuglingsalter operativ korrigiert werden. In Afrika sind Kinder mit derartigen Fehlbildungen oftmals noch dem Argwohn ausgesetzt, sie seien verhext, würden Unglück bringen. Die Operation, die etwa 45 Minuten dauert und 150 Euro kostet, eröffnet dem Kind die Chance, richtig sprechen zu lernen und essen zu können. Zurückbleiben wird nur eine kleine Narbe. Oftmals sind auch die Folgen großflächiger Verbrennungen zu behandeln. Seit 2002 opfert Alexander Schönborn jeweils einen Teil seines Jahresurlaubs, um 70 bis 100 Patienten helfen zu können. Von frühmorgens bis in die Dunkelheit dauert sein Arbeitstag in Afrika, meist unter schwierigsten Bedingungen, denn die OP-Säle haben kein Notstromaggregat, manchmal muss eine einfache batteriebetriebene Lampe am Stirnband reichen. „Außerdem müssen wir schnell sein und rasch operieren, denn die Kinder sind oftmals schlecht ernährt, weshalb man ihnen nicht viel zumuten kann“, sagt Schönborn. Sein Team, zu dem ein Narkosearzt und eine OP-Schwester gehören, arbeitet ehrenamtlich. Durch die Hilfe vor Ort wird bei den einheimischen Ärzten, Pflegern und Schwestern Interesse für die Plastische Chirurgie geweckt und zudem werden Kenntnisse vermittelt, mit denen sie künftig viele Probleme selbst lösen können. Mit den Spendengeldern, die beispielsweise auch der Teamlauf erbrachte, werden Material- und Reisekosten bezahlt. Letztere sind der höchste Posten. „Teurer sind auch die Gebühren für Übergepäck geworden“, sagt Schönborn.